Waffen
Überblick
Zwei Jahre nach dem Einschlag ist Gewalt nicht neu – aber sie ist pragmatisch geworden. Waffen sind 2034 kein Symbol mehr, sondern Werkzeug: für Jagd, Abschreckung, Verteidigung, Kontrolle und Handel.In vielen Regionen existieren weiterhin große Bestände an „normalen“ Waffen und Munition aus Polizei-, Militär- und Privatbeständen. Gleichzeitig beginnt schrittweise ein Wandel: Munition wird knapper, Wartung schwieriger, Ersatzteile fehlen – und deshalb gewinnen leise, reparierbare und improvisierbare Systeme wieder an Bedeutung.
In einer Welt ohne Nachschub ist die wichtigste Eigenschaft einer Waffe nicht Stärke – sondern Verlässlichkeit.Warum Waffen noch häufig sind
Auch wenn Produktion und Lieferketten weg sind, sind Waffen 2034 nicht plötzlich verschwunden. Im Gegenteil: In den Monaten nach dem Einschlag wurden riesige Mengen aus Depots, Geschäften und Privathaushalten verteilt oder geraubt.- Privatwaffen (je nach Region sehr verbreitet)
- Polizei-/Militärbestände (geplündert, aufgegeben, übernommen)
- Schmuggel- und Sammlerbestände
Das große Problem: Munition
Waffen bleiben nutzbar – Munition nicht. Munition wird verschossen, verloren, nass, unbrauchbar, gestohlen. Nach zwei Jahren ist nicht Munition „selten“, aber sie ist regional entscheidend: manche Zonen sind noch gut versorgt, andere längst leer.Munition ist deshalb eines der wichtigsten Handelsgüter – und gleichzeitig eine der häufigsten Ursachen für Konflikte.
- Konflikte um Depots und Lieferwege
- Überfälle auf Karawanen mit Munition
- strenge Rationierung in Konklaven
Waffentypen der Oberfläche
Waffen lassen sich weniger nach Technik einteilen, sondern nach ihrer Wirkung im Setting: laut/leise, wartbar/unwartbar, wiederverwendbar/verbrauchsbasiert.Schusswaffen
Schusswaffen sind schnell, einschüchternd und tödlich – aber laut. Ein Schuss bedeutet nicht nur Angriff, sondern Aufmerksamkeit. Viele Überlebende sagen: Wer schießt, lädt die Oberfläche ein.- Vorteile: hohe Durchschlagskraft, Abschreckung, Distanz
- Nachteile: Lärm, Munition, Wartung, Risiko von Fehlfunktionen
Nahkampfwaffen
Nahkampf ist nicht heroisch. Nahkampf ist Verzweiflung. Trotzdem sind Nahkampfwaffen überall – weil sie leise sind, nicht „leer gehen“ und oft aus Werkzeugen entstehen.- Hammer, Machete, Beil, Brecheisen
- Stahlrohre, improvisierte Keulen
- Klingenwerkzeuge als Werkzeug/Waffe zugleich

Bogen & Armbrust
Nach zwei Jahren erleben Bogen und Armbrust eine Rückkehr – nicht als Romantik, sondern als Logik. Sie sind leise, Munition ist teilweise wiederverwendbar und sie funktionieren ohne industrielle Versorgung.- Vorteile: leise, wiederverwendbare Pfeile/Bolzen, psychologisch weniger auffällig
- Nachteile: Training erforderlich, geringere Feuerkraft, wetteranfällig

Wurfwaffen & Schleudern
Steinschleudern, Wurfgeschosse und ähnliche Systeme existieren vor allem bei Gruppen mit wenig Ressourcen oder dort, wo man Schusswaffen vermeiden muss.- günstig, unauffällig
- geringe Durchschlagskraft, stark skillabhängig

Improvisation & Eigenbauten
Mit der Zeit entstehen mehr improvisierte Waffenlösungen. Nicht, weil sie „besser“ sind – sondern weil Ersatzteile fehlen und Standardwaffen ausfallen oder nicht verfügbar sind.Improvisation bedeutet dabei nicht automatisch Hightech. Häufig sind es Umbauten, Reparaturen, Zweckentfremdung von Werkzeugen oder einfache Mechanik-Systeme. Viele solcher Waffen sind unzuverlässig und gefährlich – auch für den Nutzer.
Eine improvisierte Waffe ist oft weniger ein Vorteil als ein letzter Versuch, nicht wehrlos zu sein.
Die größte Waffe ist Lärm
Die wichtigste taktische Wahrheit der Oberfläche: Lärm zieht Aufmerksamkeit. Nicht nur Menschen reagieren auf Lärm, sondern auch Kreaturen, Schwärme, Rudel. Ein einziger Schuss kann eine Zone „wecken“.Deshalb existiert in vielen Regionen ein Waffenparadox: Schusswaffen sind stark, aber sie machen Situationen größer, als sie sein müssten.
- Konflikte eskalieren schneller
- Ruinen werden aktiv
- Reisende verraten ihre Position

Waffen als Herrschaft
In Konklaven sind Waffen nicht nur Verteidigung, sondern Ordnungssystem.- Waffenbesitz wird kontrolliert
- Munition ist meistens zentral gelagert
- Waffenträger bilden eine eigene Klasse

Beobachtung
2034 ist eine Welt, in der viele bewaffnet sind – aber nicht viele wirklich „kämpfen können“. Erfahrung, Disziplin und Ruhe entscheiden mehr als Kaliber. Die Oberfläche ist kein Schlachtfeld. Sie ist ein Risiko-Raum.Die beste Waffe ist die, die man nicht einsetzen muss – weil man rechtzeitig gegangen ist.